Kölmel, Dr. Michael

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  • Kölmel, Dr. Michael
    Über seine Firmen "Kinowelt" bzw. "Sportwelt" Großgläubiger von Dynamo Dresden.


    Schloss in den Neunziger Jahren Verträge über den Verkauf der Vereins-Vermarktungsrechte mit Dynamo ab. Fungierte in dieser Zeit zusätzlich als Darlehensgeber des Vereins.


    Im Jahr 2005 wurden Modalitäten bzw. Ratenzahlungen für die Rückübertragung der Vermarktungsrechte und die Rückzahlung des Darlehens zwischen den Kölmel-Firmen und Dynamo Dresden vereinbart.


    Presse -


    Zitat SZ 28.09.05: "...Demnach muss der Verein in den nächsten zehn Jahren zehn statt wie ursprünglich vereinbart 20 Prozent seiner Fernseheinnahmen abführen und hat danach die Möglichkeit, seine Rechte an den laufenden Bildern wieder zu bekommen. Das Darlehen – geschätzt dann 7,5 Millionen Euro inklusive Zinsen – müsste zurückgezahlt werden. „Dafür legen wir jetzt das Geld an, was wir durch die Vereinbarung mit der Kinowelt sparen“, erklärt Schatzmeister Olaf Schäfer. ..."


    Zitat DNN 28.09.05: "...Geht es bei der doch um viel Geld aus der Vermarktung der audiovisuellen Rechte des Vereins. Eine Ablehnung des Vertragswerkes durch die aufgrund der Vergangenheit teilweise skeptischen Mitglieder hält Dynamos Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster für "eher unwahrscheinlich, weil es nur Vorteile bringt". Was aber wenn doch? "Der Vertrag ist rechtsverbindlich unterschrieben", schloss Köster eine Abkehr davon aus. Eine Befragung der Mitglieder vorab sei zeitlich nicht möglich gewesen, die DFL habe Druck gemacht. Ein Umstand, den die Mitglieder sicher näher erklärt haben wollen.


    Leichter nachvollziehbar ist, dass Dynamo im abgelaufenen Spieljahr rund 600.000 Euro Plus erzielte. Fernsehgeld, Zuschauerzuspruch, Sponsoreneinnahmen und Fanartikelverkauf (2 Mio. Euro Umsatz) stiegen in Liga zwei, der Gewinn gegenüber dem Vorjahr (231.000 Euro) verdreifachte sich fast. "Dennoch haben wir noch 6,9 Millionen Euro Altschulden inklusive aufgelaufener Zinsen", warnte der kaufmännische Geschäftsführer Olaf Schäfer vor Euphorie. Er erinnerte daran, dass Rücklagen Vorrang haben vor teuren Spielern: "In womöglich zehn Jahren wollen wir schließlich unsere Rechte zurückkaufen. ..."



    Nach überstandenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geht es dem Unternehmer Dr. Kölmel inzwischen wieder prächtig!


    Historie:


    ...Im Mai 1998 hatte die Kinowelt Medien AG zu den ersten Unternehmen des ein Jahr zuvor von der Deutschen Börse geschaffenen Wachstumssegmentes Neuer Markt gehört. Expansion und Verlängerung der Wertschöpfungskette waren damals die Schlagworte für Medienunternehmen, die zunächst auf einen stetigen Kapitalfluß von der Börse vertrauen konnten. Bis zur Insolvenz bauten die Kölmels einen Konzern auf, zu dem mehr als 60 Gesellschaften gehörten.
    ...
    An der 1999 gegründeten Sportwelt war die Familie Kölmel mit 90 Prozent beteiligt, die Kinowelt mit 10 Prozent. Im Jahr 2000 sollten die Anteile der Familie an die Kinowelt übertragen werden, doch der juristische Vollzug gelang nicht. Auch wirtschaftlich stellte sich das Modell der Sportwelt als Mißerfolg heraus. In den wenigsten Fällen brachten die sportlichen Resultate der Vereine den Kölmels die erhofften Einnahmen aus den Fernsehrechten. Außerdem zerstritten sich mehrere Clubs*** mit der Sportwelt. In der Branche hieß es, einige Vereine hätten das unerfahrene Unternehmen über den Tisch gezogen.


    ... In der sächsischen Messestadt hat sich der am Starnberger See beheimatete Unternehmer außerdem mit 27 Millionen Euro am Bau des neuen Stadions beteiligt.
    ...
    Text: him., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2004, Nr. 87 / Seite 14




    ... Als es inmitten der Medienkrise im Jahr 2001 auch mit der Kinowelt bergab ging, versuchte Kölmel, seine Sportrechtefirma, die traditionsreiche Fußballclubs*** vermarktet, in die Kinowelt einzubringen. Im Vorgriff auf die Übernahme ließ er sich schon mal 15 Mio. Euro auf sein Privatkonto überweisen. ...


    Doch Kölmel macht schon wieder große Pläne. Die Kinowelt, die 2002 Pleite ging, hat er im vergangenen Jahr mit seinem Bruder aus der Insolvenzmasse herausgekauft.... Und beim Berliner Fußballverein 1. FC Union, dem er gerade aus der Finanzklemme hilft, könnte er sogar bald Ehrenpräsident werden.



    *** Neben Dynamo Dresden: Union Berlin, Sachsen Leipzig, Carl-Zeiss-Jena, Eintracht Braunschweig, Alemannia Aachen, Waldhof Mannheim, Rot-Weiß Essen, Fortuna Düsseldorf u.v.a.m.

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