Uerdingen

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  • Uerdingen
    Uerdingen – Stadtteil von Krefeld (NRW)


    Steht als Ort für besonderen Misserfolg von Dynamo Dresden.


    Die „Schmach von Uerdingen“ oder wie der „Fluch der Grotenburg“ doch noch besiegt wurde!


    Die Europapokal-Auslosung der Saison 1985/86 ergab eines dieser damals besonders reizvollen deutsch-deutschen Duelle. Am 5. März 1986 traten die Uerdinger zum Hinspiel im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion an. In Reihen der heimischen Dynamos stand die halbe Nationalmannschaft der DDR, erfahrene Haudegen wie Hans-Jürgen Dörner, Reinhard Häfner, Ralf Minge, Hans-Uwe Pilz und aufstrebende Talente wie die späteren Bundesliga-Größen Matthias Sammer, Ulf Kirsten und Torsten Gütschow. Frank Lippmann, in jener Saison mit fünf Treffern neben drei Kiewern bester Schütze des UEFA-Pokal-Wettbewerbs, und Pilz schossen einen 2:0-Sieg heraus.


    Böse Vorahnung


    Trotzdem warnte Lippmann nachher in der FDJ (Freie Deutsche Jugend)-Hauspostille "Junge Welt": "Wir sind aus dem Vorjahr gewarnt, als ein 3:0 über Rapid Wien am Ende nicht reichte." Auch damals spielten sie im Viertelfinale des Pokalsieger-Wettbewerbs und verloren das Rückspiel in der österreichischen Hauptstadt mit 0:5.


    Zur Pause scheint alles entschieden zu sein


    Als es aber zur Pause des Rückspiels in der Grotenburg-Kampfbahn darauf am 19.03.1986 aus Sicht der Uerdinger Platzherren in der Addition der bis dahin absolvierten 135 Minuten schon 1:5 hieß, bestand aus Dresdner Sicht kein Grund mehr zum Zweifel. Was dann passierte, raubte 17.000 Beobachtern auf der Tribüne und Millionen vor den TV-Geräten allerdings den Atem.


    Sammers leiden auf der Bank


    Bayer 05 steigerte sich angesichts der hoffnungslosen Ausgangsposition in den sprichwörtlichen Spielrausch. Fünf Tore mussten her, um die Sachsen noch in die Knie zu zwingen, sechs wurden es. Der heutige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erlebte das Drama um seine Kameraden ab der 28. Minute nur noch von der Bank aus. Papa und Cheftrainer Klaus hatte seinen 18-jährigen Filius verletzungsbedingt gegen Gütschow ausgetauscht.


    Armer Ersatz-Torhüter


    Und auch Stamm-Keeper Bernd Jakubowski büßte Dynamo in der Halbzeit ein, nach bösem (manche meinen gar vorsätzlichem) Foul von Wolfgang Funkel. Der gänzlich unerfahrene Ex-Sondershausener Jens Ramme ersetzte ihn notgedrungen.


    Wolfgang Funkel (57./79., zwei Elfmeter), Gudmundsson (62.), Schäfer (66./87.) und Dietmar Klinger (78.) überwanden den 22-Jährigen und bescherten auch dem Europapokal-Debütanten einen "unvergesslichen" Abend, Uerdingen gewann mit 7:3.


    Das Desaster wurde „abgerundet“ durch die nächtliche „Republikflucht“ von Frank Lippmann, was in der Folge Klaus Sammer den Trainerposten kostete. Lippmann schloß sich, nach damals obligatorischer Wartezeit, dem 1. FC Nürnberg an. An seine Erfolge bei Dynamo Dresden konnte er jedoch nie wieder anknüpfen.


    Der Kreis schließt sich in der Grotenburg


    Die Schmach von Uerdingen konnte aber getilgt werden. Trotz einer 1:0 Niederlage in der Grotenburg-Kampfbahn machte Dynamo Dresden am 05.06.2004 ebenda in der Saison 2003/04 den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt und damit nach fast 10 Jahren die Rückkehr in den bezahlten Fußball. 15.000 Fans begleiteten ihren Verein zu diesem Spiel, Ulf Kirsten und Ralf Minge unter ihnen... der „Fluch der Grotenburg“ war besiegt!

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